Wer bestimmt, wie viel Raum Natur bekommt - und was macht die Natur mit dem, was bleibt?

Kohabitation

Das Nest entsteht trotzdem. Zwischen den Spikes, hinter dem Netz, im Zentimeter, der übrig bleibt.

Vergrämung ist keine Ausnahme – sie ist Methode. Abwehrnetze, Metallspitzen, versiegelte Böden. Eine stille, kontinuierliche Praxis: verweigern, zuteilen, ersetzen. Der Mensch entscheidet, wie viel Raum Natur bekommt – und er tut es überall, täglich, ohne es zu nennen.

Was ich suche, sind die Spuren dieser Entscheidung. Die Lücke, in der trotzdem Leben entsteht. Das Fehlen, das genauso viel verrät wie die Anwesenheit. Als Naturfotografin folge ich den Tieren nicht dorthin, wo sie sein sollen – sondern dorthin, wo sie tatsächlich sind. Und dorthin, wo sie nicht mehr sind.

Menschen erscheinen nicht im Bild. Aber sie sind überall – in den Netzen, den Spikes, den akkurat begrenzten Wildblumenstreifen. Ihre Eingriffe rahmen das Bild. Die Tiere füllen es – oder eben nicht.

Die Serie gliedert sich in drei Kapitel: verweigerten Raum, zugeteilten Raum, behaupteten Raum.

Deutschland und Niederlande. Urbaner und natürlicher Raum.

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